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Förderprogramme

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Förderkreis NEST Sri Lanka
in der BAG Integrationsfirmen e.V.
c/o Christiane Haerlin
Schöne Aussicht 1a | 51149 Köln

Telefon: 02203-14994
E-Mail: christiane.haerlin[at]netcologne.de

Dezember 2009

 

Dank und Bitte

Liebe Freundinnen und Freunde!

Wir bitten um eine alljährliche Spende für den psychosozialen Hilfsverein Nest Sri Lanka, der bisher so treu von Freunden und Mitstreitern aus der Sozialpsychiatrie ermutigt und unterstützt wurde.

In diesem Jahr hat Nest eine herbe Enttäuschung durch den Rückzug eines norwegischen Förderers erlebt. Zum Glück konnten wir durch eine Extrazahlung Entlassungen von Mitarbeitern verhindern. Wir haben sehr dankbar an alle unsere Spender gedacht und Sally Hulugalle, die Gründerin von Nest,  war unglaublich erleichtert.

 

Kriegsende

Ein großer Fortschritt ist das Ende des jahrzehntelangen Krieges gegen die terroristischen Tamilen im Norden – wenngleich dies leider nur
unter Menschenrechtsverletzungen geschah.

Unser Freundin Sally Hulugalle, weiterhin die Seele des Vorstandes und Nest hatten sich notgedrungen aus den nördlichen und östlichen
sozialpsychiatrischen Zentren zurückgezogen. Nun schöpfen sie neue Hoffnung und sind dabei, im Osten wieder ein Zentrum zu eröffnen, mit weiteren Plänen für den Norden.

Die Traumatisierungen durch den Krieg gehen bis in die Reihen der tapferen Mitarbeiter von Nest, die auch während des Krieges geschädigte Menschen betreuten. Derzeit sind viele traumatisierten Kinder in den Hospitälern der Hauptstadt Colombo, wo Nest sofort tätig geworden ist.

 

Kriegsfolgen in der psychiatrische Anstalt

Nest hat seinen Anfängen und seiner Pionierarbeit getreu ohne Unterlass in den viel zu großen psychiatrischen Anstalten bei Colombo vor allem durch humanitäre Erleichterungen geholfen und mitbewirkt, dass viele Menschen entlassen werden konnten.

Leider wurde als Folge des Kriegsendes eine Abteilung für Männer, die freundlich gestaltet mit professioneller Behandlung und Beschäftigung zeitgemäßen Erfordernissen angepasst worden war, über Nacht für verletzte Soldaten geräumt; die psychisch Kranken
wurden in ein völlig vernachlässigtes Gebäude mit einer großen Mauer und menschenunwürdigen Bedingungen verbracht. Sofort ist Nest aufgetreten und versucht nun, wieder von vorne anzufangen. Mit ihrer Anwesenheit und notwendigen Hilfen wird den Männern signalisiert, dass sie nicht abgeschoben und alleine gelassen sind. Matratzen, Toilettenartikel, Kleider, Bücher und Zeitungen und Ausflüge werden organisiert.

 

Erfolge

Im letzten Jahr sind jedoch auch nachhaltige Erfolge erzielt worden, vor allem durch die Weiterentwicklung des Occupational Therapy Workshops am Rande einer Anstalt für Frauen, die nach psychischer Erkrankung nicht zurück in ihre Familien können. Das Aktivierungszentrum hat ein breites Angebot: Einkaufs-, Haushalts- Textil- und Gartenarbeit, Zeitschriften und Bücher liegen aus. Wichtig sind die speziellen Telefonzeiten für Kontakt mit Freunden und  Familien. Es wurde ein Kiosk auf dem Gelände eröffnet, dieses Dienstleistungsangebot brachte neues Leben. Backwaren, Toilettenartikel und selbst hergestellter Schmuck werden verkauft. Personal und Patienten bewirtschaften diesen Kiosk und letztere erhalten hierfür kleine Geldbeträge.

 

Ambulante psychosoziale Schwerpunktarbeit

Nest steht seit Beginn für die Enthospitalisierung und wacht sorgfältig darüber, dass keine neuen institutionellen Bedingungen
entstehen. Die wichtigste Arbeit geschieht in den fünf psychosozialen Zentren im Westen und Süden des Landes: in Colombo,  bei Negombo, im Distrikt um Kandy und Gampaha. Wenn wir die  Monatsberichte lesen, staunen wir über die Kreativität und Fülle der Interventionen und Aktivitäten, die jeweils in die Umgebung ausstrahlen: Die Familienarbeit steht an oberster Stelle mit monatlich dutzenden von Hausbesuchen und besonderem Augenmerk auf die Kinder, die auch in den Schulen betreut werden. 

 

Die neue Gladys School für Aus- und Fortbildung

Die neu gegründete Gladys School in einem der psychosozialen Zentren von Nest bei Negombo, in Paliyawatte besteht nun seit einem Jahr und ist für die monatliche Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern im Rahmen des von Nest entwickelten Community Health Worker Programms ein Segen. Für einen erweiterten Teilnehmerkreis werden dort Kurse abgehalten, die eine gezielte Botschaft enthalten: Praktische Rechtsfragen, Tamil als Umgangssprache, Kurse für community development officers, Kurse für Natur, Freizeit, Computer. Auch Medizinstudenten kommen zu Nest und lernen sozialpsychiatrische Ansätze kennen.

Die Bemühungen sind Teil des Kampfes gegen die Abwanderung professioneller Helfer. Man bedenke, dass in England wesentlich mehr srilankesische Ärzte als im Lande selbst leben.

 

Ausblick

Das Land hat neben den Bürgerkriegsauswirkungen immer noch die Folgen des Tsunami zu meistern und so die Nachwirkungen zweier Katastrophen zu bekämpfen – viel zerstörtes Vertrauen in Nachbarschaften kann erst langsam wieder wachsen. Nest steht in allen Regionen den Familien bei, unabhängig von Ethnie und  Religionszugehörigkeit der Betroffenen. Wir staunen über die Vielzahl der monatlichen Hausbesuche. Die Arbeit wird nicht nur im psychiatrischen Bereich gesehen , sondern als umfassend begriffen: Die Probleme der Kinder, körperliche und psychisch Beeinträchtigungen, Aids und Alkoholismus sowie die Stärkung von Basiskompetenzen eines gesunden Lebens werden gleichermassen bedacht.

Wir freuen uns daher auf jede Spende, die wir Nest zukommen lassen können. Wir garantieren, dass weiterhin für die Verwaltung kein einziger Cent der Spenden verwendet wird. Jeder der von Ihnen gespendeten Euros kommt ungeschmälert der Arbeit von Nest zugute. Nest wiederum berichtet uns regelmäßig inhaltlich und wirtschaftlich sehr detailliert, wie die Mittel eingesetzt werden.

Wir konnten in diesem Jahr Dank Ihrer Großzügigkeit rund 15.000 Euro nach Sri Lanka überweisen. Wir hoffen, dass wir dieses Niveau mit Ihrer Hilfe erhalten können und danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Unterstützung.

Waltraut Reiber und Christiane Haerlin
für den Förderkreis